Südbau präsentiert neusten Stand zum Ärztehaus Rechberg

16.11.2022

Neuer Anlauf für einen MRT in Bretten

Neuster Stand zum Ärztehaus Rechberg
Neuster Stand zum Ärztehaus Rechberg

Bürgerinitiative pro Rechberg möchte im neuen Ärztehaus eine Radiologie unterbringen

Von unserem Redaktionsmitglied Hansjörg Ebert Bretten. Die Bürgerinitiative pro Rech­bergklinik hat das Thema „MRT für Bretten“ bei einer Infoveranstaltung der Brettener Aktiven erneut zur Sprache gebracht. Eigentlich ging es an diesem Abend um die künftige Hausarztversor­gung in Bretten. Dabei präsentierte auch die Brettener Firma Südbau ihre Pläne für das Ärztehaus und den Gesundheits­campus, die unmittelbar neben der Rech­bergklinik entstehen sollen.

Und genau in diesem Ärztehaus könnte eine Radiologie mit einer Magnetreso­nanztomographie (MRT) – auch als Kernspintomographie bekannt – einzie­hen. Eine Fläche von rund 250 Quadrat­metern hat Südbau für die Ansiedlung einer solchen Praxis bereits im ersten Obergeschoss reserviert. Und zwar genau so, dass man das schwere Gerät auch pro­blemlos anliefern kann, wie Geschäfts­führer Markus Vierling ausführte. Auch einen Karlsruher Radiologen habe man bereits an der Hand, der gerne in Bretten investieren würde, bekundete Marion Klemm von der Bürgerinitiative, die das Thema aufwarf. Sie verwies auf die Sy­nergieeffekte, die sich mit einer solchen Ansiedlung ergäben. Man habe einen Investor, eine passende Immobilie, eine Klinik gleich nebenan, dazu ein großes Einzugsgebiet und einen entsprechen­ den Bedarf: Viele gute Gründe also, einen Kernspintomographen in die Große Kreisstadt zu bekommen. Zumal es in Bruchsal mindestens vier solcher Geräte gebe, in Bretten jedoch keines.

Ein Ansinnen, das auch beim Brettener Oberbürgermeister auf positive Reso­nanz stieß. „Wenn ich das in irgendeiner Weise unterstützen kann, werde ich das gerne tun“, erklärte Martin Wolff (Freie Wähler). Denn ein solches diagnostisches Angebot täte auch der Stadt gut. Für die Brettener Ärzteschaft begrüßte der In­ternist Wolfgang Stütz das Vorhaben. Schließlich ist auch von der Pressestelle der Rechberg­ Klinik zu hören, dass man die Einrichtung einer MRT im benach­barten Ärztehaus sehr begrüßen würde. Fazit der Debatte: Man will gemeinsam einen neuen Anlauf wagen, um das Wunschprojekt doch noch zu verwirkli­chen. Wie genau dieser Anlauf aussehen kann, blieb allerdings noch offen.

Auf großes Interesse stieß an diesem Abend auch die Vorstellung der Pläne für das neue Ärztehaus und den sich südlich anschließenden Gesundheitscampus. „Wir erwarten in Kürze die Baugenehmi­gung“, informierte Vierling die rund 50 Besucher. Der Neubau wird fünfgeschos­sig und verfügt über 4.200 Quadratmeter Nutzfläche für gesundheitliche Zwecke. Das Areal soll auch für Großpraxen inte­ressant werden. Das Bestandsgebäude, bekannt als rotes Haus, das als Zwi­schenbau die Verbindung zur neuen Klink bildet, wird aufgestockt. Dort ist im Erd-geschoss das Labor der Klinik und die onkologische Ambulanz vorgesehen. 
Im Untergeschoss des Neubaus ist der ärztliche Bereitschaftsdienst angesie­delt. Ferner eine zahnärztliche Gemein­schaftspraxis mit Kinderzahnarzt und Oralchirurgie. Eine ambulante Rheuma­tologie und ein Sanitätshaus werden im Erdgeschoss des Neubaus einquartiert.
Das zweite und dritte Obergeschoss will der Pflegedienst Irma mit einer Be­atmungsintensivpflege belegen. Das Be­atmungszentrum soll über 21 Zimmer so­ wie vier Katastrophenzimmer für ganz besondere Fälle verfügen. Im Bedarfsfall könne auch die Rechbergklinik auf diese Intensivbetten zurückgreifen, hieß es.

Vierling stellt insbesondere die Syner­gien von Klinik, Ärztehaus und dem Ge­sundheitscampus heraus, der südlich des Ärztehauses entstehen soll. Der Campus ist für betreutes Wohnen, seniorenge­ rechte Wohnungen und eine Tagespflege gedacht. Grundlage für die Planung war der Bedarf laut Kreispflegeplan. Dem­ nach fehlen in Bretten beim Betreuten Wohnen bis zum Jahr 2025 insgesamt 60 Plätze.

Diesen Wohnraum will der Campus in zwei L-­förmigen Gebäuden bereitstel­len, die einander gegenüberstehen und einen Innenbereich mit viel Grünfläche mit Büschen und Bäumen als Aufent­haltsbereich bilden. Mehr als 60 Woh­nungen sollen dort entstehen.

Die Diakonie möchte als Betriebsträger einziehen und Kurz­, Tages­ und Nacht­pflege anbieten. Auch eine ambulante Wohngruppe mit einer zentralen Groß­küche ist geplant. 2024 soll der Bau die­ser Gebäude beginnen.

Quelle: BNN vom 12.11.2022