09.01.2026
Ärztehaus öffnet Anfang 2026. Diese Einrichtungen und Praxen ziehen neben der Rechbergklinik ein.

Das Ärztehaus neben der Rechbergklinik in Bretten ist auf der Zielgeraden. Die letzten Verputzarbeiten laufen, Mitte Januar 2026 sollen die ersten Mieter einziehen. Der Bau liegt exakt im Zeitplan. Ebenfalls im Plan liegen laut Südbau die Baukosten mit knapp 20 Millionen Euro. Diese und weitere Informationen gibt Südbau-Geschäftsführer Markus
Vierling bei einem Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Bürgerinitiative Pro Rechbergklinik und Brettens Oberbürgermeister Nico Morast (CDU) bekannt. Zugleich teilt Vierling mit, dass es auch mit dem benachbarten Gesundheitscampus vorangeht. Dieser Tage hat Südbau den Bauantrag dafür gestellt. Neben dem Ärztehaus sollen 66 barrierefreie Woh-
nungen mit Größen zwischen 44 und 107 Quadratmetern, eine Tiefgarage, 30
Kurzzeitpflegeplätze und eine Tagespflege entstehen. Sofern dort ebenfalls alles wie geplant läuft, ist der Gesundheitscampus Anfang 2029 bezugsfertig. Einige der Wohnun-
gen sind nach Worten von Vierling bereits reserviert. Doch zurück zum Ärztehaus. Insgesamt ist es etwa 4.200 Quadratmeter groß und wird über Fernwärme und Fernkälte versorgt. Rund 3.400 Quadratmeter sind fest vermietet. Für die restlichen 800 Quadratmeter laufen laut Vierling derzeit Gespräche mit weiteren medizinischen Einrichtungen.
Als erster Mieter will das Sanitätshaus Storch und Beller im Januar einziehen.
Im Frühjahr 2026 soll dann die angekündigte MRT-Praxis, eine Zweigstelle der
Radiologie Ettlingen, nach Bretten kommen. Die Zwischenwände, etwa für die Kabinen oder für Sozialräume, stehen bereits. Eigens für die MRT-Praxis hat Südbau das Gebäude so konzipiert, dass der Boden mit Stahlbeton verstärkt und ein Fensterelement herausnehmbar ist.
Durch diese Lücke soll das etwa fünf Tonnen schwere Kernspin-Gerät Anfang 2026 in das Ärztehaus kommen. Hauptmieterin im Ärztehaus ist die SL Intensive Care mit Sitz in Oberderdingen und Standort in Eppingen. Das Unternehmen für stationäre Intensivpflege mietet mehr als 1.700 Quadratmeter im zweiten und dritten Stock an. Ihren Vertrag hat sie für mindestens 20 Jahre abgeschlossen. Der Einzug ist für den 1. Juli geplant. Laut Vierling rückt das Unternehmen für das Pflegedienst-Unternehmen CCC Care Concept Company nach, das die Fläche eigentlich anmieten wollte.
Beim Vor-Ort-Termin dreht auch SL-Geschäftsführerin Sophia Lehn eine Runde durch das fast fertige Gebäude. Sie sagt, dass in ihrer Praxis Erwachsene ab 18 Jahren in einem möglichst wohnlichen Umfeld versorgt werden sollen. Die 27 Einzelzimmer sind demnach im Schnitt 22 Quadratmeter groß. Hinzukommt jeweils ein eigenes Bad. Lehn spricht über einen hohen Bedarf an Intensivpfl egeplätzen. „In ganz Baden-Württemberg gibt es nur vier solcher Einrichtungen“, sagt sie. In ihrer Praxis sollen 40 neue Vollzeitstellen in der Pflege entstehen. Lehn zeigt sich zuversichtlich, dass sie alle Stellen besetzt bekommt. Derzeit sei sie im Gespräch mit potenziellen Mitarbeitern. „Wir haben schon über die Hälfte akquiriert.“ Weitere Räume mietet das Autismuszentrum Bruchsal an, das somit künftig einen Standort in Bretten betreibt. Auch die Rechbergklinik nutzt einen Teil des Ärztehauses für ihr Labor mit Onkologie und ambulanter Rheumatologie.
Im Obergeschoss des Gebäudes gibt es zudem fünf Wohnungen, die zwischen 70 und 125 Quadratmeter groß sind. Sie werden ausschließlich an Mitarbeiter der Rechbergklinik oder des Ärztehauses vermietet. Laut Vierling hat Südbau mehr Anfragen als Wohnungen. Mit Blick auf die MRT-Praxis dankt Vierling besonders Alt-Oberbürgermeister und BI-Sprecher Paul Metzger (CDU), der den Kontakt zur Radiologie vermittelt hat. Metzger selbst bezeichnet das Ärztehaus als dringendes Anliegen der BI Pro Rechbergklinik, weil es den Standort des Krankenhauses sichere. Daneben spricht Metzger über mögliche Nachteile durch das kürzlich bezogene Gesundheitszentrum auf der Sporgasse. „Das Gebäude steht in wirtschaftlicher Konkurrenz zum Ärztehaus“, sagt er. Das bestätigt auch OB Morast. „Man kann nur einmal Flächen mieten. Aber ich glaube, dass beide Gebäude der Stadt guttun.“ Weiter sagt er, die Verwaltung wisse, dass es im Ärztehaus noch freie Flächen gebe, und versuche, Südbau beim Vermieten zu unterstützen. Laut Vierling waren tatsächlich schon einige Interessenten bei ihm, die die Stadt vermittelt hat.
(Quelle: BNN,08.01.2026, Catrin Dederichs)