Südbau investiert in KITA

24.09.2020

54 Plätze für Kinderbetreuung mit Familienzentrum

Südbau investiert in KITA
Südbau investiert in KITA

Bretten. Die Herren sind sich einig: Baustart soll noch 2020 sein – „unbedingt“, so Markus Vierling, er ist Geschäftsführer der ausführenden Südbau Bretten. Fünf Jahre nach der Vertragsunterzeichnung zwischen dem Trägerverein FAM und der Südbau soll nicht nur ein Kindergarten auf dem Mellert-Fibron-Areal Wirklichkeit werden. Lediglich die Baufreigabe fehle gemäß Bürgermeister Michael Nöltner und Vierling für den Spatenstich beim Bau der Gebäude-Komplexe A und B. Auch Ulrike Stromberger, Gründerin des Kindergarten-Trägers FAM, des Vereins „Für Alle Menschen“ aus Bretten, freut sich und wartet auf den Spatenstich.

Bis bunte Gummistiefelchen durch die Schmutzschleuse vom Spielbereich des neuen FAM-Kindergartens nach drinnen tapsen, dauert es noch etwa zwei Jahre. Das ist laut Vierling die voraussichtliche Bauzeit – sofern Covid-19 nichts ausbremse. Die Neubauten werden sich zu den vorhandenen Gebäuden D und C an der Hermann-Beuttenmüller-Straße gesellen. In diesen arbeiten bislang unter anderem die Diakonie und das Evangelische Verwaltungs- und Serviceamt.

Der neue FAM-Kindergarten wird mit drei Gruppen für Drei- bis Sechsjährige sowie einer Gruppe für Unter-Drei-Jährige 54 Kindern Platz bieten. Den Außenbereich schirmt eine Lärmschutzwand von der Bahntrasse ab. Drinnen sind neben einer Küche auch Schlafplätze für die Ganztagesbetreuung vorgesehen.

„Für Ganztages- und U3-Plätze ist der Bedarf in der Kernstadt groß“, so der Bürgermeister. Man gelange mit dem Neubau auf über 1.000 Kindergartenplätze in Bretten. Die Nutzfläche des Kindergartens beziffert Vierling auf rund 710 der insgesamt etwa 5.300 Quadratmeter in den neuen Gebäuden.

Auch zieht der Verein FAM selbst in einen Raum des Kindergartens mit seinem Familienzentrum ein. „Dann haben wir zwei statt der bisher drei kraftraubenden Standorte“, sagt Ulrike Stromberger. Sie fügt an, das Familienzentrum biete beispielsweise Eltern-Kind- oder Integrationskurse an sowie Geburtsvorbereitung und mehr. Bislang ist das Familienzentrum in der Lortzingstraße 29 in Bretten untergebracht. Wann und wie viele Kinder aus der Lortzingstraße in den Neubau umziehen werden „wissen wir erst, wenn der Termin des Spatenstichs bekannt ist“, so Stromberger. Im Kindergarten in der Lortzingstraße, ebenfalls von FAM betrieben, wurde laut Nöltner in der modularen Einrichtung ein alter Teil durch einen neuen ersetzt, um so bereits Kinder für den geplanten Neubau aufnehmen zu können.

„Der Kindergarten ist auch von hoher Attraktivität für umliegende Firmen“, so Vierling. Bisherige Gespräche mit umliegenden Unternehmen, sagt Nöltner auf Nachfrage, hätten aber bislang kein Interesse an Firmen-Kontingenten ergeben. „Es käme auf einen neuen Versuch an“, so der Bürgermeister. Allerdings sei die Beteiligung für diese auch eine Kostenfrage. Der Baustart bleibe abzuwarten. Die neuen Räume ließen sich laut Vierling dank Innenstadt- und ÖPNV-Nähe sowie fußläufigen zehn Minuten ins Landschaftsschutzgebiet Rechberg gut vermarkten. Das Lob der modernen, urbanen Optik, die auch gewollt stadtbildprägend sei, so Nöltner und Stadtrat Tom Rebel, nimmt Vierling gern an.

Die Südbau als Eigentümerin vermietet die Kindergartenräume an den Verein FAM. Dieser ist als Träger etwa für Personalbeschaffung und Personalführung verantwortlich. Die Stadt bezuschusst den Kindergarten laut Bürgermeister Nöltner mit rund 90 bis 95 Prozent der Kosten. Dass fünf Jahre seit Vertragsunterzeichnung zwischen Eigentümer und Kindergarten-Träger verstrichen seien, liege vor allem daran, dass der Bebauungsplan geändert werden musste. „2016 war das alles hier noch Gewerbegebiet“, sagt Vierling. „Seit Beschluss des Gemeinderats über eine neue Nutzung des Geländes im Jahr 2019 ist nun eine Nutzung unter anderem für Wohnzwecke möglich.

Quelle: BNN vom 24.09.2020 (I. Thienes)
Foto: Rebel